Sonntag 10. Februar 2008, 20:00 Uhr SAX PAX FOR A SAX
Portrait: MoondogMünster, Städtische Bühnen (kleines Haus)
Programm:
1. COSMIC CODE: ein Moondog - Filmporträt von Martin Bauer
2. Saxperience feat. Clemens Rave u. Stefan Lakatos
- Sandalwood
- A. Sax
- Bird´s Lament
- Mother´s whistler
3. Clemens Rave – Klavier
- aus Art of the Canon II:
- No. 3, 7, 14, 22, 25
4. Saxperience feat. Clemens Rave u. Stefan Lakatos
- New Amsterdam
5. Stefan Lakatos - Trimba solo
6. Saxperience feat. Clemens Rave u. Stefan Lakatos
- D for Danny
- Single Foot
- Present for the Prez
7. Clemens Rave
- Prelude and Fugue No. 1 in a-minor
- from the well tempered pianoforte by moondog, dedicated to J. S. Bach
8. Clemens Rave und Stefan Lakatos
- Fiesta
- Caribea
- Carnival
- Chaconne in a-minor
9. Saxperience feat. Clemens Rave u. Stefan Lakatos
- Dog Trot
- Paris
Moondog (Louis Thomas Hardin 26. Mai 1916 – 8. September 1999) begründete seinen eigenen unverwechselbaren Stil, geprägt durch historische Kompositionstechniken, die er aber anwendete wie kaum ein anderer vor ihm und damit zu neuer Gültigkeit erhob. Er verbrachte seinen Lebensabend in Münster. Sein Grab ist auf dem Zentralfriedhof MS.
Zwei dreieckige Hohlkörper aus Holz sind aneinander befestigt und auf einer Seite mit Fell bespannt. Auf der anderen Seite hängt ein kleines Becken. Gespielt wird dieses Instrument im Schneidersitz. Es heißt Trimba und wurde vom Musiker und Komponisten Moondog (1916-1999) in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfunden. Moondog komponierte Solostücke für die Trimba und setzte das Instrument auch in Ensembles ein. Heute wird es vom Moondog-Spezialisten und -Freund Stefan Lakatos gespielt.
Moondog heißt mit bürgerlichem Namen Louis Thomas Hardin. Seine teils autodidaktische Musikausbildung war klassische orientiert, sein musikalischer Weg jedoch ist höchst ungewöhnlich. Moondog lebte als Straßenmusiker in New York. Er verkaufte Gedichte an Passanten und spielte kleine Stücke auf der Zither oder auf Perkussionsinstrumenten. Als ein von Künstler-Kollegen hochgeschätzter Musiker arbeitete er unter anderem mit den New Yorker Philharmonikern, Charles Mingus und Allen Ginsberg zusammen. 1974 wurde er vom Hessischen Rundfunk eingeladen und blieb danach in Deutschland, wo er sein Straßenmusikleben eine Zeitlang weiterführte. Zahlreiche Aufnahmen dokumentieren sein Werk, unter ihnen das 1992 veröffentlichte Album „Sax Pax For a Sax“ mit Stücken für Saxophon-Ensemble.
Moondogs Stücke mit Titeln wie „Dog Trot“, „Sandalwood“ oder "Hymn" to Peace“ sind meist nur wenige Minuten lang und entfalten je eine melodische Idee. Fast immer beginnen sie mit dem Rhythmus, der zunächst allein erklingt, bis die Melodien einsetzen. Moondog verwendet kompositorische Mittel, die ganz unterschiedlichen Zeitepochen angehören: Im melodischen Bereich hält er sich geradezu penibel an den klassischen Kontrapunkt, den er in Reinform in seinen Kanons für Klavier ausmalte. Im Rhythmischen hingegen kommen eher repetitive Techniken aus der Minimal Music zum Einsatz: „Mir kommt es so vor, als ob ich mit einem Fuß in Amerika und mit dem anderen in Europa stehe, oder mit dem einen in der Gegenwart und mit dem anderen in der Vergangenheit. Rhythmisch könnte man mich der Gegenwart, ja, der Avantgarde zurechnen; melodisch und harmonisch stehe ich dagegen sehr weit in der Vergangenheit.“ |