Freitag 8. Februar 2008, 20:00 Uhr Sounds of time Camilla Hoitenga & Norbert Krämer
Stundengesänge Maria Jonas & Amelia Cuni & Werner DurandMünster, Städtische Bühnen (Kleines Haus)
Am Freitag, den 8. Februar, stellt die herausragende amerikanische Flötistin Camilla Hoitenga zusammen mit dem Schlagzeuger Norbert Krämer verschiedene asiatische Kompositionen zum Thema “Sounds of time” vor. Die weltweit gefragte Solistin ist eine begeisterungsfähige und idealistische Musikerin: Ihr Debüt in New York bezeichnete Tim Page in der New York Times als "das spannendste Programm des Jahres", ihre jüngsten Aufführungen als Solistin des Chicago Symphony Orchestra und dem London Philharmonic Orchestra wurden von der Presse als „brillant”, „lebhaft und faszinierend” und „charismatisch” gefeiert. Ausgedehnte Reisen führten Camilla Hoitenga nicht nur zu wichtigen internationalen Musikzentren (Salzburg, Paris, Tokio, New York, Helsinki), sondern auch zu entlegeneren Orten wie Nikosia auf Zypern, Barbarossa Valley in Australien – und sogar in die Verbotene Stadt von Peking. In der laufenden Saison wird man sie in der Carnegie Hall, New York, und beim Festival „Musik im 21.Jahrhundert” in Saarbrücken sowie bei ihrer neunten Japan-Tournee erleben können. Beim KlangZeitFestival 2008 Münster bringt sie mit "Deep Sea Maze" ein Werk des Japaners Yoshihiro Kanno zur Uraufführung.
Im zweiten Teil des Abends entführen drei Musiker das Publikum nach Indien: Die Sängerin, Komponistin und Tänzerin Amelia Cuni erhielt eine langjährige Stimm und Gesangsausbildung in der mitreißenden Dhrupad Tradition. Heute gibt es nur noch wenige Sänger, die die große indische Musiktradition fortsetzen, wobei Amelia Cuni die einzige Dhuprad-Sängerin nicht-indischer Herkunft ist, der selbst die Musikkenner des Subkontinents hohe Anerkennung zollen.
Die »Songs of hours Stundengesänge« sind eine besondere Art der Zeitreise: Sie führen mit indischen und europäischen Gesängen durch die Stunden und Stimmungen eines Tages, wobei die alte Hindu-Tradition, die den Tag in acht Einheiten zu je drei Stunden einteilt, und die Stundenbücher europäischer Klöster mit ihren speziellen liturgischen Gesängen zusammentreffen. Beide Rituale wurzeln in Meditation und Versenkung, haben aber trotz ihrer geistigen Verwandtschaft völlig andere Formen und Gesänge hervorgebracht.
Die Inszenierung von Amelia Cuni, Werner Durand und Maria Jonas, einer herausragenden Sängerin auf dem Gebiet der Alten Musik, stellt die beiden Kulturkreise kontrastierend nebeneinander, verbindet sie aber auch zu einem intensiven künstlerischen Dialog. Indische Melodienfloskeln mischen sich mit gregorianischen Linien, die indische Technik des Dhrupad Gesangs fließt in liturgische Choräle, abendländische Bordunklänge begleiten indischen Tempelgesang. Was sie miteinander verbindet, sind der mystische Gesang und das Mysterium des Singens, das die Jahrhunderte überdauert ...
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