Sonntag 3. Februar 2008, 12:00 Uhr Langzeitkonzert 1:
2. Streichquartett von Morton Feldman
Pellegrini Quartett
Münster, Westfälisches Landesmuseum
"... die Zeit verliert irgendwann jede Bedeutung. Wenn die Musik aufhört, ist man ganz erstaunt, dass die fünf Stunden schon um sind es fühlt sich an wie stundenlanges Schwimmen im Meer."
In seinem zweiten Streichquartett hat Morton Feldman unendliche musikalische Weiten erkundet. Mit seinen vier bis fünf Stunden ist es eines der längsten Kammermusikwerke schlechthin oder wie eine Kritikerin schrieb.
Das 1983 komponierte Quartett wurde zu einem Kultstück des vor zwanzig Jahren verstorbenen New Yorker Komponisten: "Meine ganze Generation hielt sich an die 20 bis 25 Minuten Stücke. Das war unsere Uhr. Wir alle kannten sie und wussten mit ihr umzugehen. Sobald man aber einsätzige 20 bis 25 Minuten Stücke hinter sich lässt, entstehen andere Probleme. Bis zu einer Stunde Dauer denkt man über die Form nach, doch nach eineinhalb Stunden zählt der Umfang. Form ist leicht einfach die Gliederung von Dingen in Teile, doch Umfang ist eine andere Angelegenheit. Man muss das ganze Stück überblicken dazu bedarf es einer erhöhten Art der Konzentration. Vorher waren meine Stücke wie Objekte; jetzt sind sie wie sich entwickelnde Dinge."
Das 1989 gegründete Pellegrini-Quartett gehört zu den wenigen bedeutenden Streichquartetten des internationalen Musiklebens, die sich über die klassisch-romantische Literatur hinaus der Musik der unmittelbaren Gegenwart widmen. Durch die Gegenüberstellung von Traditionellem und Experimentellem wird dem Publikum die Möglichkeit gegeben, verborgene historische und musikalische Querverbindungen zu entdecken und so auch altbekannt scheinende Werke neu zu erfahren. |