Ars Vitalis
Ars Vitalis, das sind der Performer, Schauspieler und Jazzer Klaus de Huber, der Gitarrist und Komponist Buddy Sacher und der Flötist, Klarinettist und Saxophonist Peter Wilmanns. 1975 begegneten sich Huber und Sacher und begannen drei Jahre später die Arbeit als Ars Vitalis mit Auftritten bei Matineen, gesellschaftlichen Anlässen und auf der Straße. 1987 produzierte die Gruppe das Projekt „Musik als Theater“. 1993 bis 1995 trat Ars Vitalis mit der Schauspielerin und Sängerin Meret Becker auf.
Robert Ashley
Robert Ashley, geboren 1930 in Ann Arbor, Michigan USA, studierte Psychoakustik und Linguistik an der Universitiy of Michigan und der Manhattan School of Music. Von 1964 bis 1969 leitete er das Musiktheaterensemble ONCE, von 1966 bis 1976 reiste er mit dem Komponistenkollektiv Sonic Arts Union (Ashley, David Behrmann, Alvin Lucier, Gordon Mumma) durch Europa und die USA. Von 1969 bis 1981 war er Direktor des Center of Contemporary Music am Mills College, Oakland. Seitdem lebt und arbeitet er in New York.
Carola Bauckholt
Carola Bauckholt, geboren 1959 in Krefeld. Sie arbeitete von 1976 bis 1984 im TAM (Theater am Marienplatz, Krefeld) und studierte von 1978 bis 1984 bei Mauricio Kagel an der Musikhochschule in Köln, wo sie heute als freischaffende Komponistin lebt. 1985 war sie Mitbegründerin des Kölner Thürmchen Verlages.
Beequeen
Frans de Waard, geboren 1965 in Nijmegen, Niederlande, begann sich im Alter von zwölf Jahren für Musik zu interessieren. Er ist beeinflusst von Gruppen wie Throbbing Gristle, von John Cage und Joseph Beuys.
Freek Kinkelaar, geboren 1966 in Utrecht, Niederlande, begann sich 1978/79 für Musik zu interessieren, war zunächst von Punk beeinflusst und beschäftigte sich weiterhin mit Noise-Musik und Konzeptkunst.
Biosphere
Geir Jenssen, geboren 1962 in Tromsø, Norwegen, wurde vor allem mit dem Namen „Biosphere“ bekannt. Ursprünglich war er Mitglied der New Age Band „Bel Canto“, mit der er in den späten 80er Jahren zwei CDs veröffentlichte. 1990 verließ er diese Band, um sich nachdrücklicher seiner Solokarriere zu widmen.
Thomas Bloch-Bonhoff
Thomas Bloch-Bonhoff, geboren 1971 in Schwerin, studierte von 1991 bis 1997 an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden Komposition, Klavier und Dirigieren, 1997 bis 1999 Komposition an der Manhattan School of Music. Von 2000 bis 2003 war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Detmold, Abteilung Münster. Seit Saison 2003/04 arbeitet er als Schauspieldirektor am Theater Vorpommern. Bloch-Bonhoff ist Mitglied und Gründer des witztum Quartetts.
Jaap Blonk
Jaap Blonk, geboren 1953 in Woerden, Niederlande, arbeitet als autodidaktischer Komponist, Performer und Klangpoet. Seine nicht beendeten Studien in Physik, Mathematik und Musikwissenschaft sowie einige unbefriedigende Jobs in Büros und anderen „gut organisierten“ Institutionen beeinflussten seine Neigung zu einer künstlerischen Herangehensweise, die dem Geist von Dada verpflichtet ist. 1970 begann er Saxophon zu spielen und entdeckte wenige Jahre später das Potenzial seiner Stimme. Blonk tritt als Solist und mit anderen Musikern und Gruppen auf; unter anderem interpretiert er Werke der Kölner Komponistin Carola Bauckholt.
Sidney Corbett
Sidney Corbett, geboren 1960 in Chicago, ist Baseball-Fan und spielte zunächst Rockgitarre. Im Alter von etwa 18 Jahren begann er sich für zeitgenössische Musik zu interessieren und studierte Komposition an der Yale University. Von 1985 bis 1987 besuchte er die Kompositionsklasse von György Ligeti in Hamburg. Corbett lebt als freischaffender Komponist in Berlin.
Stephan Froleyks
Stephan Froleyks, geboren 1962 in Kleve, Niederrhein, arbeitet als Komponist, Interpret (Schlagzeug, Tuba) und Improvisationsmusiker. Er studierte in Hannover und Essen. Und erhielt verschiedene Stipendien. Er arbeitet solistisch und mit verschiedenen Ensembles im weiten Feld der Neuen Musik. Froleyks ist seit 2000 Professor für Schlagzeug an der Musikhochschule in Münster. Für seine Kompositionen benötigt er ungewöhnliche und stellenweise von ihm selbst erfundene und entwickelte Instrumente wie Flötenmaschine, Messertisch, geschweifte Tuba, Saitenwanne oder Bambusstämme.
Vinko Globokar
Vinko Globokar, geboren 1934 in Anderny, Frankreich, studierte Posaune in Ljubljana und von 1955 bis 1959 in Paris. Es folgten Kompositionsstudien bei René Leibowitz und Luciano Berio. Von 1968 bis 1976 war er Professor für Posaune an der Musikhochschule Köln, von 1976 bis 1979 Direktor der Abteilung Instrument/Stimme am IRCAM in Paris, von 1984 bis 1999 Professor für Kammermusik in Florenz. Seit seiner Studienzeit arbeitet Globokar als Komponist, Interpret und Improvisator. Globokar lebt in Berlin und Slowenien.
Carsten Hennig
Carsten Hennig, geboren 1967 in Dresden, studierte von 1989 bis 1992 Schulmusik an der Hochschule für Musik Weimar, 1992 bis 1995 Filmmusik an der Filmakademie Baden-Württemberg und seit 1997 Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
Hans Werner Henze
Hans Werner Henze, geboren 1926 in Gütersloh, begann 1942 in Braunschweig Musik zu studieren und wurde durch seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus zum Anti-Faschisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er bei Wolfgang Fortner in Heidelberg und siedelte 1953 nach Italien um, wo er als dreifacher Außenseiter (Linker, Homosexueller und kompositorischer „Traditionalist“) meinte, besser leben zu können. Eine Identitätskrise 1966 führte zur Politisierung als Künstler und Komponist. Seit 1983 leitet Henze die Münchner Biennale für Neues Musiktheater. Er gehört zu den meist gespielten Komponisten unserer Zeit.
Mauricio Kagel
Mauricio Kagel, geboren 1931 in Buenos Aires, Argentinien, bildete sich autodidaktisch zum Musiker und Komponisten aus. 1957 kam er mit einen DAAD-Stipendium nach Köln, wo er seitdem lebt. Als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen leitete er von 1969 bis 1975 die Kölner Kurse für Neue Musik. Von 1974 bis 1997 war er Professor für Neues Musiktheater an der Musikhochschule Köln. Er entwickelte das „instrumentale Theater“, bei dem nicht nur Musik, sondern auch Bühne, Licht, Geste und Mimik komponiert werden.
Kontakt der Jünglinge
Asmus Tietchens, geboren 1947 in Hamburg, arbeitet seit den 60er Jahren elektronisch und entschied sich 1975 dazu, elektro-akustische Musik „hauptberuflich“ zu komponieren. "Kein Studium, keine akademische Ausbildung, keine Stipendien, sondern: learning by doing = autodidaktische Aneignung gestalterischer Fähigkeiten und des Umgangs mit analoger und digitaler Studiotechnologie. Bin mein eigener Tonmeister. Den ästhetischen Lebenslauf kann ich leider nicht an Daten festmachen. Die Entwicklungen verliefen zu gleitend, Fort- und Rückschritte kann selbst ich im Nachhinein kaum nachvollziehen."
Thomas Köner, geboren 1965, arbeitet als Medienkünstler mit Musik, Film, Video und Installationen. Er hat weltweite Präsentationen in bedeutenden Museen (Louvre, Walker Art Center, Centre Pompidou) und auf Festivals (Biennale Filmfestival Venedig, Sonar Barcelona) und erhielt viele Preise, unter anderen den "New Media Prize" Montreal 2000 und den "Goldene Nica" Prix Ars Electronica 2004.
Bronius Kutavicius
Bronius Kutavicius, geboren 1932 in Molainiai, Litauen, ist als Bauernsohn dem ländlichen Musikantentum verbunden. Erst spät, von 1959 bis 1964, studierte er Komposition bei Antans Raciunas an der Litauischen Musikakademie in Vilnius. Er unterrichtete zunächst an der Ciurlionis-Schule für Kunsterziehung und wurde dann Professor für Komposition an der Litauischen Musikakademie. Kutavicius hegt eine besondere Vorliebe für Volkslied, Volkstanz und Volksmusikinstrumente. Die litauische Musikwissenschaftlerin Rûta Gaidamavièiûte sieht in der Einbindung musikalischer, literarischer, historischer und folkloristischer Materialien und Symbole aus der Stadt- und Landesgeschichte ein Memento gegen aktuelle Globalisierungs- und Uniformierungstendenzen in Kunst und Kultur.
György Ligeti
György Ligeti, geboren 1923 in Dicsöszentmáron, Ungarn, studierte von 1945 bis 1949 an der Budapester Musikhochschule Komposition bei Sándor Veress. Nach dem Ungarn-Aufstand floh er 1956 nach Wien und kam auf Einladung von Herbert Eimert und Karlheinz Stockhausen an das elektronische Studio in Köln. 1973 wurde er Professor für Komposition an der Musikhochschule in Hamburg, wo er heute lebt.
Chris Mann
Chris Mann, geboren 1949 in Melbourne, Australien, Kind deutsch-jüdischer Flüchtlinge, begann Mitte der 60er Jahre als Autor und Komponist zu arbeiten. Er trieb Studien in Linguistik und Sprachphilosophie. 1977 koordinierte er ein Forschungsprojekt der UNESCO in Paris über die akustische Grammatik natürlicher Sprachen. Seit 1989 tritt er mit der australischen Gruppe „Machine for Making Sense“ und bei “Chris Mann and the Impediments“ auf.
Fátima Miranda
Fátima Miranda, geboren in Salamanca, spezialisierte sich nach ihrem Abschluss in Art History auf zeitgenössische Kunst und publizierte zwei Bücher über Architektur und Urbanismus. Ihr Interesse für die Avantgarde führte sie zu den Darstellungsformen Video und minimalistische Musik. Seit 1979 ist sie Mitglied beim Flatus Vocis Trio, einer Gruppe, die sich ausschließlich mit phonetischer Poesie beschäftigt. Sie studierte Perkussion und Saxophon sowie indische Dhrupad-Musik und arbeitete u.a. mit Llorenc Barber, Robert Ahsley und Hans Peter Kuhn zusammen. Miranda lebt in Madrid.
Helmut Oehring
Helmut Oehring, geboren 1961 in Berlin, absolvierte von 1978 bis 1980 eine Ausbildung zum Baufacharbeiter, war in verschiedenen Berufen tätig und beschäftigt sich seit 1984/85 mit komponierter Musik der europäischen Moderne. Als Komponist und Gitarrist ist er Autodidakt und war Meisterschüler von Georg Katzer an der Berliner Akademie der Künste. Als Sohn gehörloser Eltern ist die DGS (Deutsche Gebärdensprache) seine Muttersprache und Deutsch die erste Fremdsprache. Viele von Oehrings Stücken thematisieren daher die vielfältigen Beziehungen zwischen Gestik und Klang.
Daniel Ott
Daniel Ott, geboren 1960 in Grub, Appenzell, Schweiz, studierte Klavier und Theater in der Schweiz, in Paris und London, dann von 1985 bis 1990 Komposition bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang-Hochschule in Essen. Seit 1995 hat er einen Lehrauftrag für Experimentelle Musik an der Universität der Künste in Berlin. Ott arbeitet als freischaffender Komponist mit Schwerpunkt auf Neuem Musiktheater und raumbezogene Arbeiten. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals Neue Musik Rümlingen.
Partita Radicale
Partita Radicale, ein auf Neue Musik und Improvisation spezialisiertes Ensemble, erforscht seit seiner Gründung 1989 das Feld zwischen Komposition und Improvisation und entwickelt dabei eine persönliche musikalische Sprache. Auf der Suche nach neuen und andersartigen Ausdrucksformen kombinieren die Musikerinnen und Musiker ihre Musik häufig mit anderen Medien, zum Beispiel Stummfilm, Theater, Happening und Multi-Media. Genauso suchen sie nach neuen Kontakten und Ideen, um ihre ästhetischen Konzeptionen zu erweitern. Von Beginn an arbeitet Partita Radicale mit der szenischen Verlängerung seiner Musik.
Cornelie Müller, geboren 1951, lebt und arbeitet in München, wo sie als freie Regisseurin und Produzentin musikalische Theaterstücke erarbeitet. Seit 1985 setzt sie ihre theatralen Vorstellung in eigenen Projekten um: Soloperformance, Projekte im Ensemble, Theaterstücke, Film- und Theatermusiken, Ausstellungsbeiträge. Bild und Klang in einen theatralen Ablauf zu bringen, ist Grundgedanke der Arbeit. Musikalische Entwicklung und bildnerische Gestaltung des Raumes, in dem sich Musik „abspielt“, zielen auf die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Inhalten und Stimmungsbildern.
Edward Rushton
Edward Rushton, geboren 1972 in Norwich, England, besuchte die Chetham's School of Music in Manchester und die Universität Cambridge, wo er Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Komposition (bei Robin Holloway) studierte. Seinen Magister machte Rushton an der Royal Scottish Academy of Music and Drama bei James MacMillan. Außerdem besuchte er Meisterklassen bei Peter Maxwell Davies, Judith Weir, Magnus Lindberg und Colin Matthews. Rushton lebt in Zürich und arbeitet dort als Komponist und Liedbegleiter. Ein Schwerpunkt seines Schaffens liegt auf dem Musiktheater.
Christoph Taggatz
Christoph Taggatz, geboren 1968, studierte am Conservatorium Enschede, Niederlande, Instrumentalpädagogik und Komposition. Er arbeitet als Gitarrist und Komponist. Nach dem Musiktheaterstück „Der gefesselte Prometheus“ 1999 wurde Taggatz` zweite Oper „Lysistrate“ 2002 mehrmals in Münster aufgeführt. Auch in seinen Instrumentalstücken spielen, beeinflusst vom instrumentalen Theater Mauricio Kagels, Gesten, Aktionen und Haltungen der Spieler eine wesentliche Rolle. Zur Zeit absolviert Taggatz ein Promotionsstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in den Fächern Musikwissenschaft, Angewandte Kulturwissenschaft und Neue Geschichte.
Terre Thaemlitz
Terre Thaemlitz, geboren 1968 in Minnesota, USA, zog Mitte der 80er Jahre nach New York, 1997 nach Oakland und 2001 nach Tokio. 1986 studierte er Kulturtheorie an der Cooper Union School of Art in New York, arbeitete als Diskjockey und erhielt 1991 den Underground Grammy als bester DJ. 1992 gründete er das Plattenlabel „comatonse“, über das er Produktionen eigener Stücke vertreibt.
Thuja
Thuja (Anja Kreysing), geboren 1967, studierte bis 1997 an der Kunstakademie Münster. 1996 arbeitete sie am künstlerischen Entwicklungsvorhaben "W.A.P.", Wissenschaftsministerium NRW. 1998 erhielt sie das Stipendium "Handlungsreisende". Sie arbeitet in den Bereichen Installation, Computerarbeiten, Filmvertonungen, Experimentelle Musik und Improvisation mit Knopfakkordeon, Powerbook und Elektronika.
Christine Weghoff
Christine Weghoff, geboren 1960 in Lohne/Oldbg., studierte Germanistik und Politik in Göttingen und Wien. 1987 bis 1992 war sie musikalische Leiterin am Jungen Theater Göttingen, danach am Schauspiel Oberhausen. Sie lebt und arbeitet nun als freiberufliche Musikerin in Kassel. Neben zahlreichen Bühnenmusiken, unter anderem am Staatstheater Hannover, Staatstheater Karlsruhe, Heidelberg, Bamberg, Göttingen, komponierte sie Filmmusik (arte) und entwickelte eigene Musik- und Theater-Projekte, unter anderem mit ihrer Band „Toc Edit.“ Sie arbeitet in Schulprojekten im Bereich Theater/Komposition/
Improvisation und hat einen Lehrauftrag an der Uni Kassel.