KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Mo. 20/01/2014 I 19:00 I Rathausfestsaal, Prinzipalmarkt 10
Battaglia – Compania trifft den Krieg

Compania – Ensemble für neue Musik

Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, Dmitrij Schostakowitsch, A.G. Csermák und Fazil Say.


Heinrich Ignaz Franz Biber
- Battaglia

Antal György Csermák
- Die drohende Gefahr oder die Vaterlandsliebe

Dmitrij Schostakowitsch
- Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 73

Fazil Say
- Divorce

Über die Jahrhunderte hinweg reflektierten Künstler aller Sparten das Thema Krieg, das die Menschheitsgeschichte bis heute prägt. Ähnlich wie in der Malerei gibt es in Renaissance
und Barock auch musikalische Schlachtengemälde. Zu ihnen zählt Heinrich Franz Ignaz Bibers „Battaglia“. Mit eher positiver Grundstimmung instrumentiert der 1644 geborene Komponist die Dynamik kriegerischer Aktivitäten. Und an einer Stelle bildet er mit einem dissonant wirkenden
Stimmengewirr sogar das Gewimmel einer Schlacht tonmalerisch ab.

Vor allem die Musik Mozarts beeinflusste Antal György Csermák. Gleichwohl interessierte sich der 1774 geborene Violinist und Komponist für die ungarische Volksmusik. Er gilt als Pionier des ungarischen Stils, der als nationales Element ins Streichquarett „Die drohende Gefahr oder die Vaterlandsliebe“ einfloss.

Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg schrieb Dimitrij Schostakowitsch sein 3. Streichquartett. Statt eines heroischen
Werks, wie es die Parteiführung der Sowjetunion erwartete,
setzte Schostakowitsch eine eher heitere, ironische Musik aufs Papier. Der Komponist parodiert einen preussischen
Militärmarsch, und das Thema des ersten Satzes hat tänzerischen Charakter. Ständig wechselnde harmonische Farben beleben eine Musik, deren Melodien alle zwölf Töne der chromatischen Skala durchlaufen.

Eine Scheidung ist, jedenfalls in manchen Fällen, Krieg im kleinen. Im Quartett „Divorce“ verarbeitet der 1970 geborene türkische Komponist und Bürgerrechtler Fazil Say persönliche Erfahrungen mit Trennung und misslungenen Beziehungen. Musikalisch symbolisiert er das durch unregelmäßige
Rhythmen und melancholische, teilweise vom Jazz beeinflusste Passagen.

 
Mihai Ionescu - Violine
Christian Büscherfeld - Violine
Svenja Ciliberto - Viola
Elisabeth Fürniss - Violoncello
Renate Fischer - Kontrabass