KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

So. 19/01/2014 I 19:00 I Theater Münster, Kleines Haus, Neubrückenstraße 63
Music of Displacement
Hezarfen Ensemble (Istanbul)
Daniel Cohen (C) Daniel Sheriff
Daniel Cohen (C) Daniel Sheriff

Hezarfen Ensemble

Programm:

Manos Charalabopoulos (Griechenland)
– "Dépaysement" (UA)

Zeynep Gedizlioglu (1977, Türkei)
– "Susma (Sei nicht still)" (2007)

Samir Odeh-Tamimi (1980, Israel)
– "Shatilla" (2005) für Violine, Violoncello, Klarinette, Bassklarinette und Klavier

Yannis Kyriakidis (1974, Zypern)
– "toponymy" für Streichquartett & Computer (UA)

Taner Akyol (1977, Türkei)
– „Hatırlamalar (Erinnerungen)" für Streichquartett und Baglama (2006)

Chatschatur Kanajan (1971, Armenien)
– Ağıt (UA)

Bassem Alkhouri (1976, Syrien)
– "Lament" für Hezarfen Ensemble, Kanûn und Stimme (UA)


„Music of Displacement“


In Agit (Meines Vaters Heimatland) öffnet das Hezarfen Ensemble ein Fenster zum Gedenken an all die Menschen, die an den Grenzen zur Türkei oder in dem Lande selbst während der letzten einhundert Jahre und mehr vertrieben und verpflanzt wurden.
Von den Massenumsiedlungen der armenischen, griechischen und türkischen Bevölkerung, die zwischen 1915 und 1923 im Zuge des Ersten Weltkriegs und des türkischen Unabhängigkeitskampfes durchgeführt wurden, über die Tragödie der Palästinenser in Israel (1948), das Geschehen im Libanon (1980) und die türkischen Zwangsumsiedlungen der Kurden während der achtziger Jahre bis zu den syrischen Flüchtlingen, die heute über die türkische Grenze kommen – Anatolien hat im letzten Jahrhundert, ja selbst während der letzten zwanzig Jahre genug Probleme gehabt.

Im Mittelpunkt dieses Programms stehen zeitgenössische Bilder, die von der kraftvollen Poesie Yasar Kemals begleitet werden, dem größten Dichter der Türkei, wie John Berger sagte, der für die spricht, die nicht für sich selbst sprechen können. Sie bilden die Brücke zwischen den einzelnen Instrumentalstücken, in denen die Komponisten ihrerseits über die Ereignisse nachdenken, die die Geschichte und das Leben so vieler Menschen geprägt haben. Mit Dichtung, Bildern und Musik betrachtet das Programm, was dabei herauskommt, wenn man „idealistische“ politischer Vorhaben durchsetzen und Nationen aufbauen will.


In Ağıt, (My Fathers’ homeland) Hezarfen Ensemble opens a window to reflection on the fates of peoples close to the borders of and within Turkey who have suffered displacement due to war from the last century to today. From the mass 1915-1923 Armenian, Greek and Turkish population displacements and exchanges in the wake of the First World War and Turkey’s struggle for independence, to Palestinian tragedies in Israel in 1948, Lebanon in 1980, Kurdish forced migrations within Turkey in the 1980’s, and finally to the Syrian refugees pouring across the border into Turkey today, the areas surrounding Anatolia have had more than their share of troubles due to war in the last century--even within the last 20 years. Central to this program, period photo stills accompanied by the powerfully evocative poetry of Yaşar Kemal (‘Turkey’s greatest writer, who speaks for those who cannot speak for themselves’-John Berger) are interspersed between each work, with the instrumental pieces themselves reflections by each composer on events that have shaped history and the lives of so many. Through poetry, visuals and music, this program reflects on the consequences of ‘idealistic’ political agendas and nation-building projects that irrevocably shaped the destinies of so many.

 
Hezarfen Ensemble:


Cem Onertürk – Flöte
Nusret İspir – Klarinette
Amy Salsgiver – Perkussion
Bassem Alkhouri – Kanun
Müge Hendekli – Piano
Taner Akyol – Baglama
Özcan Ulucan – Violine
Nilay Karaduman Sancar – Violine
Ulrich Mertin – Viola
Ozan Tunca – Violoncello

Daniel Cohen – Dirigent
Michael Ellison – Programmleitung

-> Hezarfen Ensemble

Texte: Yaşar Kemal, Giorgos Seferis, Mahmoud Darwish, Neşe Yaşın, Okan Say, Takis Varvitsiotis, Aspasia Georgiou

Video: NOHlab (Istanbul)
Deniz Kader & Candaş Şişman

Sounddesign: Ulrich Mertin, Erdem Helvacioglu (Sprecher: Nursel Köse, Michael Ellison, Bassem Alkhouri)

www.hezarfenensemble.com