KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Do. 30/01/2014 I 19:00 I Erbdrostenhof, Salzstraße 38
Geschichte vom Soldaten
Strawinsky Musikhochschulensemble & Harald Redmer

Igor Strawinsky: Geschichte vom Soldaten

mit
MHS-Ensemble
Sprecher Harald Redmer
Leitung Martin Dehning

Musikhochschulensemble

Erster Teil: Marsch des Soldaten
Musik der 1. Szene (am Bach)
Marsch des Soldaten
Musik der 2. Szene (im Dorf)
Musik der 3. Szene (im Kontor)

Zweiter Teil: Marsch des Soldaten
Königsmarsch
Kleines Konzert
3 Tänze (Tango, Walzer, Ragtime)
Tanz des Teufels
Kleiner Choral
Couplet des Teufels
Großer Choral
Triumphmarsch des Teufels

Während des ersten Weltkriegs lebte Igor Strawinsky in der Schweiz. Trotz des neutralen Status des Landes bekam er die Auswirkungen des Krieges zu spüren. Das war sicherlich ein Grund, als Stoff für ein Musiktheaterwerk die „Geschichte des Soldaten“ mit Charles-Ferdinand Ramuz’ Libretto zu wählen. Ein junger Soldat begegnet auf dem Weg von der Front nach Hause dem Teufel. Er lehrt diesen das Geigenspiel und erhält dafür ein prophetisches Buch. Dieses verhilft ihm zu großem Reichtum, macht ihn aber auch unglücklich. Daher versucht der Soldat, den unseligen Pakt wieder zu brechen. Es gelingt ihm jedoch nicht, und das Stück endet mit einem Triumphmarsch des Teufels.
Nicht nur thematisch hat das Stück mit Krieg zu tun. Viele Musiker waren an der Front und nicht verfügbar, weshalb Strawinsky ein nur siebenköpfiges Ensemble vorschreibt: Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune, Violine, Kontrabass sowie Schlagzeug. Neben logistischen Gründen hatte diese Reduktion auch eine ästhetische Motivation. Strawinsky wandte sich gegen den Bombast des herkömmlichen Musiktheaters und seines Umfeldes. Die „Geschichte vom Soldaten“ sollte mit minimalem Aufwand und auch auf Jahrmärkten oder in Scheunen spielbar sein.
Musikalisch folgt die Komposition ebenfalls einer Ästhetik der Einfachheit, deren Raffiniertheit im Detail steckt. Das Stück besteht aus kurzen, in sich geschlossenen Nummern, die musikalische Genres wie Marsch, Tango, Ragtime oder Choral erfüllen. Doch der Marsch fällt aus dem Schritt, und Tango und Ragtime lassen sich kaum tanzen. Ganz ungewöhnlich endet das Werk mit einem Schlagzeugsolo.

 
Raisa Ulumbekova – Violine,
Artem Nikolaevsky – Kontrabass,
Drilon Ibrahimi – Klarinette,
Patrick Becker – Fagott
Leonard Huster – Trompete,
Leonardo Vargas – Posaune,
Jannis Günnel – Schlagzeug

Harald Redmer – Sprecher

Martin Dehning – Leitung

MHS-Ensemble,