KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Di. 21/01/2014 I 19:00 I Theater Münster, Kleines Haus, Neubrückenstraße 63
Ensemble Sidare (Irak) & Wanabni (Palästina/CH)
Sidare (Irak) Wanabni (Palästina/CH)

Duo Sidare:

Sidare bedeutet soviel wie „Käppi“ oder „Schiffchenmütze“. Sie ist eine typische Kopfbedeckung, die in Bagdad von den Maqam-Rezitatoren beim Musizieren getragen wird. Nach dieser Kappe benannte sich das aus den irakischen Musikern Saad Thamir und Bassem Hawar bestehende Duo Sidare, weil es in eben diesem Maqam-Stil spielt. Beide Musiker haben die westliche klassische und die arabische Kunstmusik studiert und konzentrieren sich in ihrem Duo auf uralte, fast vergessene irakische Lieder und Melodien. Diese Musik wurde in den letzten Jahrzehnten im Irak wenig
gepflegt, und Sidare möchte sie wieder zu lebendigem Klingen bringen.
Maqam ist die Bezeichnung für eine siebentönige Tonleiter
in der arabischen Musik. Sie besteht nicht nur aus Ganz- und Halbtonschritten wie die abendländische, sondern enthält zusätzlich Dreivierteltonschritte. Maqam bezeichnet darüber hinaus auch den Melodietyp eines Musikstückes. Davon gibt es etwa 150 verschiedene, von denen sieben als Basismelodien gelten. Die einzelnen Typen verkörpern bestimmte Gemütsregungen wie Eifersucht, Trauer, Neugier, Interesse, Freude, Überraschung, Trauer, Wut, Ekel, Verachtung,
Angst, Scham und Schuld.
Neben den alten Stücken interpretiert das Duo auch zeitgenössische
Kompositionen von Saad Thamir. Der Musiker und Komponist möchte in seinen Werken westliche und irakische Elemente zusammenbringen. Keine Richtung soll dominieren, damit dabei etwas ganz Neuartiges entstehen kann. „Ich nehme einen uralten Stoff und nähe daraus ein neues Hemd“, sagt Saad Thamir. Klanglich tragen seine Werke unter anderem Züge der von ihm hoch geschätzten Musik von Bartók und Schostakowitsch.



Wanabni:

Die palästinensische Sängerin Kamilya Jubran und der Schweizer Jazztrompeter Werner Hasler spielen seit 2002 zusammen. In ihre klanglichen Experimente fließt ihre musikalische Herkunft aus der arabischen Musik einerseits und dem Jazz andererseits ein. So singt Kamilya Jubran auf Hoch-Arabisch und interpretiert moderne Texte und Gedichte aus diesem Kulturraum. Sie verwendet dabei Obertonreihen und Skalen aus der traditionellen Musik. Wie beim Maqam enthalten diese auch Vierteltöne. Und Werner Hasler improvisiert frei auf der Trompete. Außerdem nutzen die beiden Musiker elektronische Geräte und Techniken, um ihren Sound zu erweitern. Über Lautsprecher spielen sie Geräusch-
und Gesangssamples, Synthesizer-Melodien und zuvor
aufgenommene Passagen der arabischen Oud-Laute ein. „Wanabni“ ist der Titel eines auf CD publizierten Stücks, das ganz typisch für die Musik des Duos ist. Nach und nach entwickeln Kamilya Jubran und Werner Hasler aus dem Material ihrer jeweiligen Musikgenres melodische Passagen und Klangkomplexe, die sich sanft fließend verändern und lange Spannungsbögen bilden.


Videolink

 
Duo Sidare:

Bassem Hawar
& Saad Thamir
- traditionelle irakische Instrumente

Wanabni:

Kamilya Jubran - Gesand und Oud
Werner Hasler - Trompete und Elektronik

www.wernerhasler.com
www.kamilyajubran.com