KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Fr. 31/01/2014 I 19:00 I Petrikirche, Jesuitengang 1
Nomos-Quartett
Lombardi, Hosokawa, Reich

Nomos Quartett mit Werken von Lombardi, Hosokawa und Reich

Luca Lombardi:
- „Warum?“

Toshio Hosokawa:
- „Blossoming“

Steve Reich:
- „Different Trains"


Nomos QuartettDrei Streichquartettkompositionen des 20. Jahrhunderts stehen auf dem Programm, das das Nomos Quartett am Freitag, den 31. Januar 2014, in der Petrikirche zu Münster gibt, und alle drei sind gewissermaßen programmatische Werke, die sich auf ganz verschiedene Weise mit ihren gedanklichen Intentionen ans Publikum wenden. Zunächst Luca Lombardi, der Italiener mit israelischem Pass, der im vorigen Monat seinen 68. Geburtstag feierte: Sein zweites Streichquartett mit dem schlichten Titel Warum? aus dem Jahre 2006 stellt eine jener essentiellen Fragen, in denen sich letztlich die völlige Ratlosigkeit des Menschen angesichts unbegreiflicher Ereignisse – vom Totschlag in der Nachbarschaft bis hin zu Naturkatastrophen – zusammen-fassen lässt.

Anschließend ist der 1955 geborene Toshio Hosokawa mit seinem Quartett Blossoming zu hören, das – ein Jahr nach Lombardis Warum? entstanden – in eine völlig andere Richtung weist. Der Sohn eines japanischen Ikebana-Meisters scheint selbst eine innige Beziehung zur Flora entwickelt zu haben: Während nach seinen Worten in der europäischen Musik ein Ton nur der Teil eines ganzen sei, stellte er in der japanischen Musik immer eine ganze Landschaft dar – und so charakterisiert er denn auch seine eigenen Kreationen als langsame Wanderungen durch die Gärten seiner Heimat, denen jede Symmetrie fremd ist.

Mit Steve Reichs Different Trains für Streichquartett und Tonband endet das Klangzeit-Gastspiel des renommierten Ensembles. Die minimalistische Diktion des 1936 geborenen Amerikaners steht hier im Dienste eines großen Triptychons, das im Rhythmus unterschiedlicher Eisenbahnen gehalten ist: 1. Amerika vor dem Kriege und 3. Nach dem Kriege umrahmen ein Mittelstück über die diabolische Funktion der Züge im Zweiten Weltkrieg – hier sind sie Mittel zur Deportation, der Anfang vom Ende, der Vernichtung. Dementsprechend mischen sich Sirenen, Alarmglocken und andere aufschreckende Vorkommnisse in die Musik, die trotz ihrer komplexen Überlagerungen doch so geradlinig ist wie die Schienenstränge, über die die Different Trains sich ihren Zielen näherten. Das Warum freilich bleibt ...

Nomos-Quartettt

Martin Drehning – Violine
Meike Bertram – Violine
Friederike Koch – Viola
Sabine Pfeiffer – Violoncello