KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Sa. 25/01/2014 I 19:00 I Musikhochschule Münster, Ludgeriplatz 1
Ensemble Ayangil (Istanbul) & Münster Barock

Ensemble Ayangil (Istanbul)

Die Türken in Wien! Historische Musik für Ney, Rebâb und Santûr

Ensemble Ayangil

Die osmanische Kunstmusik 'ince sâz' zog zu den Friedensverhandlungen 1700 mit Großbotschafter Ibrahim Pascha in Wien ein und eroberte die Bevölkerung im Sturm. Dem Publikum erschließt sich das faszinierende Erlebnis eines heute vergessenen Orients: Die Türken in Wien!
Für das Konzert des Ayangil Ensembles aus Istanbul werden erstmalig die Besetzung, der Aufführungskontext und die osmanische höfische Musik dieser Zeit anhand von zeitgenössischen Quellen aus Orient und Okzident rekonstruiert, dazu erklingt von dem Ensemble Münster Barock als westliches Pendant Musik von Heinrich Ignaz Franz von Biber, Johann Heinrich Schmelzer und Jean-Féry Rebel.
Zahllose Kriegsszenen wurden damals von den abendländischen Komponisten musikalisch gleich einem tönenden Schlachtengemälde verewigt. Lärmende Battaglien und melancholische Lamenti entstanden. Die Auseinandersetzung mit dem Feind, dem „Fremden“, blieb aber nicht folgenlos: Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wird Traditionelles mit Exotischem kompositorisch ideenreich miteinander verflochten. Janitscharenmusik („alla turca“) kommt in Europa in Mode, Säbeltanz (Moresca), Tambourin (Rameau „Le Turc généreux“) und Märsche (Lully „Marche pour la Cérémonie des Turcs“) sind fester Bestandteil europäischer Barockmusik geworden.
Jean-Féry Rebels „Le Chaos“ schildert die Verwirrung der Elemente - Verwirrung und Chaos wie sie auch Kriege mit sich bringen: Zerstörung, Manipulation, Verzweiflung, moralische Orientierungslosigkeit, geographische Neuordnung. Der Kampf der Elemente schließt mit einem strahlenden D-Dur. Am Ende siegt also die Harmonie, die Elemente haben ihren Platz gefunden.

Das Ensemble Ayangil unter der Leitung des Komponisten, Musikgelehrten und Instrumentalvirtuosen Ruhi Ayangil zählt zu den Pionieren unter den wenigen türkischen Formationen, die seit einigen Jahren bemüht sind, in ihre Konzerte auch Werke aus historischen Quellen miteinzubeziehen. Die Musiker werden in einer Grundbesetzung spielen, wie diese nach den Wiener Quellen rekonstruierbar ist. Die längst aus der Musizierpraxis verschwundene Kombination von zwei Längsflöten Ney mit der Stachelgeige Rebâb und dem Hackbrett Santûr dürfte klanglich besonders reizvoll sein.


Münster Barock
Battaglia, Chaos & Lamento – Licht und Schatten in Europa

Programm:

Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644-1704) – Battalia à 9 (1673)
Das liederliche Schwärmen der Musquetier, Mars, die Schlacht und Lamento der Verwundeten, mit Arien imitirt und Baccho dedicirt
Sonata – Die liederliche Gesellschaft von allerley Humor: Allegro – Presto – Der Mars – Presto – Aria – Die Schlacht – Lamento der Verwundeten Musquetirer: Adagio


Samuel Scheidt (1587-1654) – Galliard Battaglia – Courante Dolorosa

Anton Andreas Schmelzer (1623-1680) – Sonata „Die Türkenschlacht bei Wien 1683“
Der Türken Anmarsch – Der Türken Belägerung der Stadt Wien – Der Türken Sturmen – Anmarsch der Christen – Treffen der Christen – Durchgang der Türken – Victori der Christen

Jean-Philippe Rameau (1683-1764) – Tambourin

Jean-Baptiste Lully (1632-1687) – Marche pour la Cérémonie des Turcs
(Le Bourgeois Gentilhomme, 1670)

Jean-Féry Rebel (1688-1747) – Le Chaos
(Les Eléments, Symphonie Nouvelle, 1737)

 
Ensemble Ayangil:

Rûhî Ayangil – Santûr, Kanûn
Kemal Caba – Rebâb
Ali Tüfekçi – Ney
Burak Malçok – Ney
Mete Edman – Hanende (Gesang); Daire


Münster Barock:

Thomas Kügler – Block- und Traversflöte
Ildikó Kertész – Traversflöte
Mechthild Blaumer - Violine
Rafael Roth – Violine
Karla Assmann – Violine
Burkhard Schmidt – Violine
Vidmante Andriunaite – Viola
Marlies Eckelt – Viola
Susanne Wahmhoff – Cello
Manuel Holzhäuser – Kontrabass
Gregor Hollmann – Cembalo


Einführung:
Prof. Dr. Ralf Martin Jäger