KLANGZEIT 2014 wurde gefördert von Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung NRW, Schweizer Kulturstiftung proHelvetia

 

Veranstalter:

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt Münster, Theater Münster, Sinfonieorchester Münster, Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster, Musikwissenschaftliches Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Akademie Franz-Hitze-Haus und cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Bühnenmanagement: Peter Kersting

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

Mi. 22/01/2014 I 20:00 I Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123
Betty Olivero & Cecilia Kim
Betty Olivero (Israel) Cecilia Kim (Korea)

Programm:

Betty Olivero

- L'ombra Che Porta Il Sogno


Cecilia Kim

‘Remember the Remembering’


-Chasing the Five Ghosts für Perkussion Solo, Shamanengesang und Video

-Remember the Remembering für Mezzo-Sopran und Gitarre (Uraufführung)

-Songs for the War-time Comfort Women für Streichquartett und Video



Betty OliveryBetty Olivero ist eine zeitgenössische israelische Komponistin, die lange Jahre im italienischen Florenz
gelebt hat, wo sie bei Luciano Berio studierte. 2002 wurde sie zur ersten weiblichen Kompositions-Professorin Israels ernannt. In ihren Werken verbindet sie Elemente der sephardischen und arabischen Musik
sowie mittelalterlicher Musik mit einer zeitgenössischen Musiksprache.

„L’ombra che Porta il Sogno“ ist dem Andenken der Kinder gewidmet, die Opfer des Holocaust wurden. Das Werk entstand als Auftragskomposition für den jährlichen „Tag der Erinnerung“ in Florenz. „Ein narratives Stück zu komponieren, das an die Shoa erinnert, das war für mich eine schwierige Aufgabe. Ich akzeptierte den Auftrag. Aber ich hatte auch Angst davor, weil die Ereignisse so grausam und unvorstellbar sind“, kommentierte die Komponistin ihre Arbeit. Betty Olivero sah als einzige sinnstiftende Möglichkeit, dieses Thema in seiner Unglaublichkeit zu fassen, den Einbezug von Texten. Um Authentizität zu wahren, wählte sie schriftliche Zeugnisse von Kindern aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Es sind Texte der Hoffnung und der Freude, die die Macht des Geistes, der über das Böse siegt, symbolisieren. Das Sprachmaterial wird von einem Chor gesungen. Dazu treten originale Sprachaufnahmen
sowie verschiedene Fragmente traditioneller hebräischer Musik. Diese Elemente fügte die Komponistin zu einem musiktheatralischen Stück zusammen.


Cecilia KimÄhnlich politisch aufgeladen sind einige Werke der koreanischen Komponistin Cecilia Kim. „Remember the Remembering“ trägt im Titel die allgemeine Aufforderung, Erinnerungen nicht zu vergessen. Viel konkreter schlägt sich Politisches in „Songs for the War-time Comfort Women“ nieder. Cecilia Kim bezeichnet das Stück als instrumentale Elegie. Sie ist den „comfort women“ gewidmet, koreanische Frauen, die von den Japanern während der Besetzung Koreas als Sexsklavinnen in die Militärlager gezwungen wurden. Viele von ihnen starben dort. Einige jedoch überlebten
und bezeugten die Grausamkeit des Krieges. Formal folgt das Stück dem Prinzip Thema und Variation, wobei sich musikalische Strukturen und Filmmaterial collageartig überschneiden. Die Hauptmelodie des Werks entnahm Cecilia Kim einem Dokumentarfilm aus einem Militärlager. Dort singt es eine der „comfort women“. So entsteht auch ein ganz direkter musikalischer Bezug zu den Ereignissen, die das Stück künstlerisch reflektiert. Nicht auf Politisches, sondern Spirituelles schließlich bezieht sich „Chasing the Five Ghosts“. Das Werk ist von koreanischen schamanischen Ritualen inspiriert. Die Rolle des Schamanen übernimmt hier der Schlagzeuger, der auf traditionellen und modernen Instrumenten zugleich spielt.

 
Beteiligte:

Sun Hee Park - Violine
Rebecca Minio-Paluello - Violine
Antonio Fernandez Hernandez - Viola
Lydia Schlegel - Violoncello
Reinbert Evers - Gitarre
Annette Kleine - Mezzosopran
Stephan Froleyks - Perkussion
Cecilia Kim - Stage-Management

-> Betty Olivero
-> Cecilia Kim