KLANGZEIT 2012 wurde gefördert von
LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe,

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen,

Kunststiftung NRW

 

Veranstalter: 

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt der Stadt Münster, 

Städtische Bühnen Münster, 

Sinfonieorchester Münster, 

Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster,

cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

Mitarbeit: Thomas Beimel, Dr. Jens Ponath

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

 

 

Fr. 09/03/2012 I 19:00 I Musikhochschule Münster, Ludgeriplatz 1
de Camargo & Kagel
Doppelkonzert
Gustavo Costa
Gustavo Costa

Programm


Marlos Nobre (1939)
1º Ciclo Nordestino
I. Samba matuto
II. Cantiga
III. É lamp
IV. Gavião
V. Martelo

Ricardo Tacuchian (1939)
Impulsos No.1
Impulsos No.2

Almeida Prado
Sonata Tropical (1943-2010)

Javier Farías (1973)
Trastocada

José Gustavo Julião de Camargo (1961)
Prosa fiada (Uraufführung | Kompositionsauftrag der GNM‑Münster)
I. Potoca
II. Prosópia
III. Bazofa

Reinbert Evers, Gustavo Costa – Gitarren-Duo

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Mauricio Kagel (1931-2008)
Der Tribun

ensemble neutonwerck, Bernd Kortenkamp – Künstlerische Leitung


Am Freitag, den 9. März, werden Reinbert Evers und Gustavo Costa in der Musikhochschule Münster neue Werke für zwei Gitarren aus der Taufe heben. Gustavo Costa ist Mitglied des renommierten Brazilian Guitar Quartet, mit dem er weltweit gastiert. Ausgebildet wurde der junge Musiker am Arts Institute of São Paulo, weiterführende Studien brachten ihn an die Hochschule für Musik Nürnberg‑Augsburg, wo er sein Meisterklassen‑Diplom mit »Summa cum Laude« abschloss. Gustavo Costa wurde bei mehreren Wettbewerben in Brasilien und Frankreich ausgezeichnet und ist Preisträger bei den berühmten spanischen Gitarrenwettbewerben zu Ehren von Andrés Segovia und Francisco Tárrega.
In der zweiten Hälfte des Konzertes tritt der berühmte Tribun von Mauricio Kagel (1931–2008) auf den Plan. Das beinahe »filmische Szenario« beschrieb der aus Argentinien stammende Komponist seinerzeit wie folgt: »Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos dahinfließenden Reden, die er häufig der versammelten Bevölkerung vorzutragen pflegt. Zur optimalen Ermunterung des Politikers werden die Reaktionen der nicht vorhandenen, jedoch weich dressierten Zuhörer vom Tonband über Lautsprecher eingespielt. In einer Ecke des Platzes steht die beste Militärkapelle des Landes parat.«
Der Münsteraner SchauspielerBernd Kortenkamp Andreas Ladwig wird musikalisch von dem ensemble neutonwerck begleitet, das in den letzten Jahren unter der künstlerischen Leitung von Bernd Kortenkamp eine ganze Reihe faszinierender Programmkonzepte von Karlheinz Stockhausen über Kurt Weill bis Frank Zappa entwickelt hat.


Der Tribun
Der erste Mann im Staate übt eine politische Rede an die Bevölkerung seines Staates. Demagogie, Volksverführung, Rhetorik, Egomanie und ein zwanghafter Wille zur Macht treiben ihn in sprachliche Exzesse, die jedem Zuhörer bekannt zu sein scheinen. Unterstützt wird er dabei von der besten Militärkapelle des Landes, die Kagels 10 MÄRSCHE UM DEN SIEG ZU VERFEHLEN intoniert. Alle historischen Konkretisierungen in Wort und Ton sind vom Komponisten aber bewusst vermieden worden.
Dieses Stück könnte im alten Rom, in Santiago, in Berlin, Moskau, Seoul oder sonst wo spielen - gemeint ist der Typus des politischen Verführers. Hitler probte seine Reden tatsächlich in einem Spiegelkabinett. In diesem Stück wird eine Typologie der politischen Rede untersucht: präzise Ungenauigkeit, schauspielerisch perfekt gesetzte Pausen, kalkulierte Emotionalität, Agitation, Zynismus und Hinwendung an die Trieb- und Instinktnatur des Menschen.
1979 erhielt Mauricio Kagel den Hörspielpreis der Kriegsblinden für dieses Werk.

 
Mitwirkende

Reinbert Evers – Gitarre
Gustavo Costa – Gitarre, Viola Caipiri

ensemble neutonwerck
Bettina Finke – Flöte
Thorsten Floth – Klarinette, Saxophon
Andreas Berg – Klarinette/ Saxophon
Sebastian Kurz – Fagott
Winfried J. Waschk – Trompete
Norbert Fabritius – Trompete
Tilman Smalla – Posaune
Jan Termath – Tuba, Kontrabassposaune
Gereon Voss – Schlagzeug
Peter Paul Kannengießer – Schlagzeug
Andreas Ladwig – Sprecher
Bernd Kortenkamp – Künstlerische Leitung