KLANGZEIT 2012 wurde gefördert von
LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe,

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen,

Kunststiftung NRW

 

Veranstalter: 

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt der Stadt Münster, 

Städtische Bühnen Münster, 

Sinfonieorchester Münster, 

Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster,

cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

Mitarbeit: Thomas Beimel, Dr. Jens Ponath

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

 

 

So. 04/03/2012 I 20:00 I Städt. Bühnen Münster, Kleines Haus
Landschaftsgestaltung
Neue Musik Südamerikas
Chico Mello und Fernanda Farah
Chico Mello und Fernanda Farah



Programm

Rodolfo Acosta (Kolumbien) (*1970)
„Anis“ für Violine, Kontrabass und Vibraphone (2000-2001)

Jorge Antunes (Brasilien) (*1942)
Dramatic polimaniquexixe ou cinquieme mouvement pour une suite implacablement longue et erotique (1984) für Klarinette, Violoncello und Piano

Vladimir Guicheff Bogacz (Uruguay) (*1986)
„Sin Muerte“ (2011) für Violine, Violoncello und Klavier

Fernando Riederer (Brasilien) (*1977)
Landschaftsgestaltung I /2004 für Flöte und Violoncello

Vladimir Guicheff Bogacz
„1844“ für Klavier (2006)

Rodolfo Acosta
„Somos“ Auftragswerk des Festivals (UA) für Horn, zwei Trompeten, zwei Posaunen und Percussion

------

Chico Mello & Fernanda Farah (BR)
»Do lado da voz«
Chico Mello – Gesang, Gitarre, Komp.
Fernanda Farah – Gesang, Perk. small instruments



Gleich vier südamerikanische Komponisten stellen sich am Sonntag, den 4. März im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen vor. Die musikalische Landschaftsgestaltung eröffnet um 20 Uhr mit Rodolfo Acostas Anis für Violine, Kontrabaß und Vibraphone. Darauf präsentieren die Dozenten der Musikhochschule Münster das leidenschaftliche Dramatic Polimaniquexixe des Brasilianers Jorge Antunes, bevor der aus Urugay stammende Vladimir Guicheff mit seinem »Sin Muerte« für Violine, Cello und Klavier zu hören ist. Guicheff begann als Vierzehnjähriger mit dem Gitarrenstudium und konnte fünf Jahre später bei Osvaldo Budón und Luis Jure weiterführende Kompositionstudien aufnehmen. Konrad Hirzel und Matias de Oliveiro Pinto widmen sich dann dem Titelstück des heutigen Konzertes: der Landschaftsgestaltung I für Flöte und Violoncello des Brasilianers Fernando Riederer. Im Anschluß spielt Clemens Rave das Klavierstück 1844 von Guicheff Bogacz, worauf das Dozenten‑Ensemble mit Somos für Horn, zwei Trompeten, zwei Posaunen und Percussion zu hören ist, das Rodolfo Acosta als Auftragswerk für die diesjährige Münsteraner KlangZeit komponierte.

Nach der Pause stehen Chico Mello und seine Partnerin Fernanda Farah im Mittelpunkt des Geschehens. Do lado da voz heißt ihre Darbietung, die in der brasilianischen »musica popular« wurzelt, ohne daß sie eigentliche Folklore wäre: Samba und Bossa Nova werden hier in Beziehung zu Gegenständen und Klängen des Alltags gesetzt, aus dessen Widersprüchlichkeit die Musik selbst entstand. Singstimme, menschlicher Körper, Gitarre und ein kleines Arsenal verrücktester Objekte aus dem täglichen Leben bilden dabei das Bühnenspielzeug. Do lado da voz – das sind musiktheatralische Miniaturen von unverwechselbar sanftem brasilianischen Witz.

Fernanda Farah stammt aus dem brasilianischen Curitiba. Ihre vielseitige Ausbildung (Theater, Musik, Tanz und Gesang) erhielt sie in ihrer Heimat sowie in Chile, Nicaragua und in Berlin, wo sie seit 2001 als freischaffende Schauspielerin, Tänzerin und Musikerin tätig ist. Sie ist neben Nicolas Galeazzi, Christian Kesten, Andrea Neumann und Artur Rother Ko‑Kuratorin der Konzert‑ und Performance‑Serie am Berliner »Labor Sonor«.

Auch Chico Mello wurde in Curitiba geboren, wo er Medizin und Musik studierte. Seine kompositorische Ausbildung erfuhr er bei Hans‑Joachim Köllreutter in São Paulo sowie bei Dieter Schnebel und Witold Szalonek in Berlin. Mello erhielt ein Stipendium der Heinrich Strobel Stiftung des SWR, war mehrmals Stipendiat des Senators für kulturelle Angelegenheiten, studierte an der Pariser »Cité Internationale des Arts« und erlebte viele internationale Aufführungen bei den renommiertesten Festivals für Neue Musik (Donaueschinger Musiktagen, Festival International de Musique Electroacoustique de Bourges, Festival Música Nova São Paulo u.v.a.). Konzertreisen führten nach Spanien, Italien, Hongkong, Uruguay, Argentinien, Russland und Polen sowie in die Schweiz und die USA. Er ist Leiter des Ensembles »ContempoSonoro« (Curitiba) und organisierte in Brasilien mehrere Festivals.

Vladimir Guicheff wurde 1986 in Montevideo geboren. Als Vierzehnjähriger begann er mit seinem Gitarrenstudium bei Gonzalo Comesaña am Konservatorium der AUDEM. Zu seiner Ausbildung gehörten hier unter anderem auch Instrumentenkunde, Harmonielehrer, Chorsingen und Klavierspiel. 2005 kam er als Gitarrenschüler an die Escuela Universitaria de Música, ein Jahr später begann er auch mit dem Kompositionsstudium bei Osvaldo Budón und Luis Jure, während Mario Paysée ihn auf der Gitarre unterrichtete. Außerdem studierte er Tango-Gitarre bei Juliu Cobelli. Er besuchte verschiedene Weiterbildungskurse und Meisterklassen internationaler Kapazitäten. Vladimir Guicheff hat keine internationalen oder nationalen Wettbewerbe gewonnen, nicht als Gitarrist und noch viel weniger als Komponist.

Rodolfo Acosta wurde 1970 in Bogotá, Kolumbien geboren, er studierte bis 1995 Musiktheorie und Komposition an der Universidad de Los Andes und setzte seine Ausbildung am Berklee College of Music, in Kolumbien, Uruguay, Frankreich, den Niederlanden und Mexiko fort. 1994 erhielt Acosta den Solopreis des Concurso Nacional de Composición en Música Electroacústica und 1997 den Premio Nacional de Composición des kolumbianischen Kultusministeriums. Er unterrichtet an der ASAB School of Arts der FJC District University und der Universidad Central, in Bogotá.

Jorge Antunes (* 23. April 1942 in Rio de Janeiro) ist ein brasilianischer Komponist der Neuen Musik. An der Universidade Federal do Rio de Janeiro studierte er Geige, Komposition und Dirigieren. Er war der erste zeitgenössische brasilianische Musiker, der ab 1961 konsequent die Möglichkeiten der elektronischen Musik einsetzte. Diese Musik wurde als Música Cromofônica bezeichnet. Seit 1973 ist er Professor an der Universidade de Brasília. Am 14. Oktober 2006 wurde seine Oper „Olga" am Theatro Municipal in São Paulo uraufgeführt.

Fernando Riederer wurde am 9. Juli 1977 in Rio de Janeiro, Brasilien geboren und ist in Florianópolis aufgewachsen. Er hat zwischen 1997 und 2002 bei Mauricio Dottori Kompositionslehre an der EMBAP (Hochschule für Musik und Schöne Künste Parana) studiert.
Seit 2003 lebt er in Wien und 2005 hat er die Nostrifizierung seines Diploms an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien begonnen. 1995 und 1998 belegte er Musik-Workshops bei Chico Mello und 2002 Orchesterleitung bei Osvaldo Ferreira. 2003 wurde ihm beim ,,Camargo Guarnieri"-Wettbwerb in Sao Paulo der Ehrenpreis überreicht, und zwei Jahre später erhielt er den Funarte-Preis bei der XVI Biennale für zeitgenössische Musik in Rio de Janeiro.

 
Mitwirkende

Michael Koch – French Horn
Konrad Hirzel – Flöte
Werner Raabe – Klarinette
Thomas Stählker – Trompete
Albrecht Eichberger – Trompete
Jochen Schüle – Posaune
Alfred Holtmann – Posaune
Clemens Rave – Klavier
Gereon Voss – Perkussion
Helge Slaatto – Violine
Matias de Oliveiro Pinto – Violoncello
Renate Fischer – Kontrabass


Chico Mello – Gesang, Gitarre, Komposition
Fernanda Farah – Gesang, Perkussion, small instruments