KLANGZEIT 2012 wurde gefördert von
LWL-Kulturstiftung Westfalen-Lippe,

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen,

Kunststiftung NRW

 

Veranstalter: 

Gesellschaft für Neue Musik Münster e.V.  

 

in Kooperation mit 

Kulturamt der Stadt Münster, 

Städtische Bühnen Münster, 

Sinfonieorchester Münster, 

Musikhochschule in der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster,

cuba-cultur 

 

Programm: Reinbert Evers, Stephan Froleyks, Erhard Hirt, Fabrizio Ventura

Mitarbeit: Thomas Beimel, Dr. Jens Ponath

 

Organisation: cuba–cultur, Münster

Festivalbüro: Erhard Hirt

Promotion: Pro Classics

Kommunikationsdesign: Thorsten Stapel

 

 

Festivalüberblick 2012

Mit und in Lateinamerika spielte die KLANGZEIT MÜNSTER bei ihrer siebten Auflage, die im Schaltjahr 2012 am 29. Februar begann und bis zum 11. März ein Spiegelbild der kunterbunten Mischung entwarf, die der Kontinent heute nach Jahrhunderten der goldberauschten Kolonialisierung, der vielfältig motivierten Einwanderungen und des indianischen Überlebenswillens dem Auge und dem Ohr präsentiert.


Mauricio Kagels Tribun gehört dabei zu einer der bekannteren Kreationen der jüngeren Zeit, während Frederic Rzewskis exzellenter Variationszyklus The People United Will Never Be Defeated über Cergio Ortegas gleichnamiges chilenisches Protestlied El pueblo unido jamás será vencido noch der gründlicheren Beleuchtung bedarf: Das Stück, das ohne Johann Sebastian Bach eben so wenig wie ohne Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und John Cage denkbar gewesen wäre, entstand wenige Monate vor Augusto Pinochets Militärputsch vom 11. September 1973 und vermittelt zweifellos etwas von der aufgeladenen Stimmung, die dem Sturz Salvador Allendes voraufging.


Einhundert Musiker aus neun Ländern besuchten in den beiden ersten Märzwochen die westfälische Musikmetropole Münster. Unter anderem war das einzigartige Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos vor Ort, das die naturhaften Instrumentalklänge des Anden-Hochlandes mit den Errungenschaften der zeitgenössischer Musiksprache vereint. 


Seit jeher fürchtet sich die KLANGZEIT nicht vor ästhetischen Wechselbädern. Zwischen Live-Elektronik aus Buenos Aires und dem „Nuevo Tango“ ließ Sergio Prudencio indianische Aerophone zu Worte kommen, während zwei Väter der lateinamerikanischen Klassik – der Argentinier Alberto Ginastera und der Brasilianer Heitor Villa Lobos – sich mit einigen ihrer höchst individuellen Kammermusiken vorstellten. 

 

Lokales, Regionales und Globales hat das inzwischen weithin bekannte Münsteraner Festival, welches von der Gesellschaft für Neue Musik Münster sowie den Städtischen Bühnen ermöglicht wird, seit jeher erfolgreich miteinander kombiniert. Beim gar nicht „verflixten“ siebten Mal gingen die Veranstalter noch einige Schritte weiter. Denn auf lokaler Ebene engagierte sich die gesamte Szene aus Komponisten, Solisten, Ensembles, Theater und Tanz. Aus der Region, sprich aus Nordrhein-Westfalen, kamen vielversprechende Nachwuchskünstler und -komponisten. Die europäische Kooperation konzentrierte sich in diesem Jahr vor allem auf die Neue Musik der polnischen Partnerstadt Lublin. Und der aktuelle Schwerpunkt Lateinamerika sorgte schließlich für den interkontinentalen, gewissermaßen globalen Aspekt der neuen KLANGZEIT,  die vielleicht noch nie so farbig war wie heute ...